Liebe auf den zweiten Blick

 

Kartoffeln anzubauen schien mir eher langweilig und reizte mich als kreativen Gärtner eher wenig. Andererseits hat mein Bruder Mario Kartoffelanbau zu seinem Spezialgebiet erklärt und über mehrere Jahre hartnäckig versucht „Krombern“ zu produzieren, was mehr oder meist eher weniger erfolgreich gelang. Letztendlich hatte er nach Jahren des Kartoffelkäferlesens und Unkrautzupfens nicht mehr die nötige Muse. Auch die Kinder, die sonst – mit Belohnung geködert –, eifrig Käfer sammelten, ließen sich nun nicht mehr ganz so leicht begeistern. Die liebevoll „Bamberger Hörnla“ genannte Kartoffelzüchtung aus dem 19. Jahrhundert war schließlich der Grund für meine neu entdeckte Leidenschaft am Kartoffelanbau. Denn sie drohte auszusterben, wurde von Kleingärtnern und Liebhabern seltener Kartoffelsorten erhalten und steht nun seit 2013 unter regionalem Gebietsschutz (geschützte geographische Angabe g. g. A.).

Unsere Flächen liegen am letzten Zipfel Unterfrankens, weshalb wir das Hörnla, übrigens 2008 zur Kartoffel des Jahres gekürt, auch als solche ausloben dürfen. Das fingerförmige Hörnchen ist festkochend, besitzt eine gelbrosa Schale, gelbes Fleisch und schmeckt buttrig und würzig. Um den geplanten Kartoffel-Tricolor-Mix zu vervollständigen, ergänzte ich mit der „Roten Emmalie“ und der „Blauen Anneliese“ das bunte Trio. Der Tricolor-Mix ist ein Augenschmaus in jeder Zubereitung, da die bunten Kartoffeln auch innen rot und blau sind.

Wie wär’s: Überrascht Eure Ihre Familie und Gäste doch mal mit den bunten Raritäten. Ich wünsche guten Appetit!

Euer Kurt Lorenz

 6.10.2017|  | 0 Kommentare

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